10 Tipps zur Erstellung der Gesamtkonzeption
Nach den schriftlichen Prüfungen steht die Gesamtkonzeption ins Haus. Hier soll man nachweisen, dass man ein Medienprojekt selbstständig durchführen kann. Dafür bekommt man eine Aufgabe von seinem Bildungsträger, z.B. IHK gestellt. Diese Prüfung ist also nicht zentral von einem Prüfungsausschuss gestellt worden und kann daher von Bildungsträger zu Bildungsträger sehr unterschiedlich sein. Zur Bearbeitung hat man 30 Tage Zeit und der Umfang der Arbeit darf maximal 30 Seiten ohne Anhang betragen.
Ich möchte hier ein paar Tipps zur Erstellung der Gesamtkonzeption geben. Meine Erfahrungen beziehen sich nur auf die IHK Akademie Nürnberg – es kann bei euch also anders ablaufen…
1. Durchlesen! (auch zwischen den Zeilen lesen)
Man bekommt meist ein Blatt mit einer Ausgangssituation und ein Blatt mit Fragestellungen dazu, die auf jeden Fall in der Gesamtkonzeption bearbeitet werden sollten. Die Ausgangssituation baut sich meist wie folgt auf:
- Man arbeitet in einer Full-Service Agentur als Projektleiter
- Es wird ein Kunde beschrieben, z.B. ein Weinhändler aus dem Raum Würzburg
- Der Kunde hat Probleme, z.B. Absatz sinkt, Kunden überaltern, neue Marktposition, neue Zielgruppen erschließen etc.
- Der Kunde möchte die Probleme auf eine bestimmte Art und Weise lösen, z.B. einen Online-Shop, eine Homepage, einen Katalog, eine Landing Page, etc. erstellen
- Zusatzaufträge, z.B. er möchte eine Online-Befragung oder ein Gewinnspiel durchführen. Oder Give-Aways verteilen und Postkarten / Flyers drucken, etc.
Wichtig ist hierbei auch weitere versteckte Details oder auch Fallen zu erkennen, die in der Arbeit berücksichtigt werden sollten. Also auch zwischen den Zeilen lesen.
2. Unklarheiten beseitigen
Oftmals versteht man bei der Ausgangssituation etwas nicht. Oder anders ausgedrückt – die Aufgabensteller geben sich Mühe bestimmte Sachen offen zu lassen.
Hier bleiben nur zwei Möglichkeiten:
1. Man fragt bei seinem Bildungsträger nach. Am besten mit anderen Studenten zusammen, dann ist der Druck größer. (Aus eigener Erfahrung kann ich leider nur sagen, dass man dabei meist nicht die erhofften Antworten erhält.)
2. Man macht aus Vermutungen Fakten! Man sollte nicht die Aufgabenstellung abändern oder Sachen dazu erfinden. Aber man kann mit guten Begründungen aus Unklarheiten Fakten machen. Am besten natürlich, wenn man sich mit anderen Studenten abspricht und diese einen ähnlichen Weg gehen. (Achtung: Auf keinen Fall abschreiben von anderen!)
3. Gliederung machen
Es hilft sehr eine Gliederung zu erstellen. Hier ist es empfehlenswert nach dem Top-Down Prinzip vorzugehen – also vom Groben zum Feinen. Die Gliederung kann sich – muss aber nicht – nach den Aufgabenstellungen richten. Zudem sollte die Gliederung auch nicht zu kompliziert sein. Also nicht zu viele Unterpunkte erstellen.
4. Recherchen
Meistens muss man eine Zielgruppenanalyse durchführen. Je nach Themengebiet ist sehr empfehlenswert sich die entsprechende Literatur zu beschaffen oder sich die passenden Webseiten dazu genauer anzusehen. Also angenommen man hat eine Ausgangssituation über das Segeln, macht es Sinn, sich entsprechende Zeitschriften zu besorgen. Wenn man die Zeit hat, kann man sich auch den Spass machen und beobachten, wer solche Zeitschriften im Laden kauft. Dann hat man schon mal ein grobes Bild von seiner Zielgruppe. Zeitschriften, bzw. Verlagshäuser haben immer Mediadaten, die meist schon eine sehr gute Zielgruppenbeschreibung beinhalten. Dies kann man sich zu Nutze machen. Oftmals gibt es die Mediadaten auch online auf den jeweiligen Seiten der Verlage. Ansonsten können auch allgemeine Studien hilfreich sein. Hier kann man Google fragen und vielleicht Schlagwörter wie “GfK” oder “TopLevel” verwenden. Manchmal werden sehr interessante Studien auch veröffentlicht.
Ein sehr beliebtes Thema bei Zielgruppenanalysen ist momentan das Sinus-Milieu. Es kommt also bestimmt gut an, wenn man das in irgendwie in seine Arbeit einbauen kann. Hier gibt es mehr Infos dazu: http://www.sociovision.de/loesungen/sinus-milieus.html.
5. Das äußere Erscheinungsbild muss stimmen
Achtet darauf, dass das äußere Erscheinungsbild eurer Arbeit stimmt. Nehmt also hochwertiges Papier und lasst es am besten in einer Druckereien (zur Not auch Copyshop) drucken. Verwendet einen sauberen Umschlag – am besten mit Klebebindung. Ringbindung ist oft bei den Dozenten nicht so angesagt. Achtet darauf, dass der Anhang auch in einer angemessenen Form präsentiert wird. Also lose Blätter sind zu vermeiden. Überhaupt solltet ihr euch immer vor Augen führen, dass es euer “Meisterstück” ist und es entsprechend professionell umsetzen.
6. Hört auf eure Dozenten (ausnahmsweise…)
Wenn ihr wisst, wer eure Arbeit mal korrigieren wird – und das sind meistens die Dozenten, die euch unterrichten – dann achtet auf deren Vorlieben. Zum Beispiel gibt es vielleicht Dozenten die viel Wert auf OpenSource legen oder andere die total auf Cross-Media abfahren. Manche können vielleicht keine Ringbindung leiden und wiederum andere mögen nur eine bestimmte Art von Drucktechniken. Mit sowas kann man Pluspunkte sammeln.
7. Von der Masse abheben
Individualität ist immer gefragt und kommt meistens sehr gut an. In der Arbeit kann das z.B. ein aufklappbarer Projektplan, ein Glossar, ein Seite für Notizen, eine Lasche für den Flyer zum reinstecken (usw.) sein. Erlaubt ist alles was professionell wirkt und zum Thema passt.
8. Bereits bei der Erstellung der Arbeit an das Fachgespräch denken
Es ist hilfreich bereits bei der Erstellung der Facharbeit an den Aufbau der folgenden Präsentation, bzw. an das Fachgespräch zu denken. Oftmals werden im Fachgespräch Fragen zur Arbeit gestellt, die vielleicht nicht hundertprozentig erklärt worden sind. Soll heißen, man kann vielleicht bewusst manche technischen Details in der Arbeit offen lassen und darauf hoffen, dass sie im Fachgespräch abgefragt werden. Besser ist vielleicht noch Randthemen anzusprechen aber nicht zu vertiefen. Somit kann man sich entsprechend darauf vorbereiten. ABER VORSICHT! Hier muss man Feingefühl beweisen. Erklärt man in der Arbeit zu wenig, kann das zu Punktabzug führen.
9. Dramaturgie beachten und Punktegewichtung beachten
Wie ein klassischer Schulaufsatz auch, sollte eine Projektarbeit aus einer Einleitung, einem Hauptteil – bestehend aus einem Höhepunkt, evtl. einer Wende – und einem Schlussteil bestehen. Das erhöht den Spassfaktor (Spannung) beim Lesen und gibt der Arbeit auch die notwendige Basisstruktur.
Auf dem Aufgabenblatt stehen auch zu jeder Aufgabe die Punkte dabei. Es macht also Sinn, bei hoch gewichteten Aufgaben etwas mehr zu schreiben. Hier sollte man ausholen und doch einige Details beleuchten.
10. Anregungen bei anderen holen
Fragt bereits fertige Medienfachwirte oder Industriemeister d/p, ob ihr deren Arbeiten als Anregung verwenden könntet. ABER! Auch wenn das Thema ähnlich ist – schreibt niemals ab. Ich kenne Fälle wo dies entdeckt wurde und somit zum Nicht-Bestehen geführt hat.
Kontakt zu Medienfachwirten könnt ihr ab Januar 2010 über das neue Portal medienfachwirt-portal.de knüpfen. Bis dahin möchte ich euch mit meiner Arbeit vertrösten. Bei uns ging es um einen Würzburger Weinhändler dessen Umsatz stetig sank und auf der Suche nach neuen Vertiebswegen war. Die Kernaufgabe war die Erstellung einer Landing Page und einer Bannerstrecke. Leider habe ich die Aufgabenstellungen nicht mehr dazu. Die Arbeit wurde mit 97 Punkten bewertet.
DOWNLOAD IST IM MEDIENFACHWIRT-PORTAL.de MÖGLICH. Siehe den Artikel “neue-kategorie-gesamtkonzeption-im-medienfachwirt-portal” dazu.
Bei Fragen, Kritik und Ergänzungen, lasst doch alle daran teilhaben und schreibt es hier als Kommentar in den Blog.
Hallo Andreas,
Danke für den tollen Artikel zur Projektarbeit, die steht mir auch bald bevor
Ich wollte mir gerade deine Gesamtkonzeption mal anschauen, aber der Link funktioniert nicht mehr. Darf man die Konzeption denn noch bekommen?
Hallo!
Bei mir funktionierte der Link leider auch nicht. Kannst du mir die Konzeption auch zusenden?
Wäre super nett!!!
[...] Momentan schreiben wieder viele ihre Gesamtkonzeption, welche Teil der Abschlussprüfung von Medienfachwirten und Industriemeister digital/print ist. Ich hatte schon vor längerer Zeit ein paar Tipps zusammengestellt. [...]
Ist nun alles im Medienfachwirt-Portal.de zum downloaden. Siehe hier: http://blog.medienfachwirt.info/2010/05/neue-kategorie-gesamtkonzeption-im-medienfachwirt-portalde/
[...] Teilnehmer – ist der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. Ich hatte vor einiger Zeit 10 Tipp zur Erstellung der Gesamtkonzeption verfasst und auch im Medienfachwirt-Portal können natürlich dazu Fragen gestellt werden. Ich [...]
[...] 10 Tipps zur Erstellung der Gesamtkonzeption [...]