In diesem Teil möchte ich ein paar Tipps zur Recherche vorstellen. Die Zielgruppenanalyse folgt erst im nächsten Teil. Bitte beachtet auch hier das “WICHTIG” aus dem ersten Teil der Serie.

Nachdem man sich mit der Ausgangssituation und der Aufgabenstellung intensiver beschäftigt hat, muss man sich meist erstmal in das gegebene Themengebiet einarbeiten. Hierzu sind die Recherchen besonders wichtig und stellen praktisch die Basis für alles Weitere dar.

In dem Beispiel aus Teil 1, beklagt sich der Blumenhändler aus Karlsruhe über rückläufige Umsatzzahlen. Also wirst du dich in den nächsten Tagen erstmal etwas mehr mit der Blumenbranche, bzw. dem Großhandel auseinandersetzen müssen. Dazu sollten alle möglichen Wege genutzt werden. Hier ein paar Tipps:

Brainstorming / Mindmap
Ich finde es immer hilfreich erstmal ein Mindmap zu erstellen. Das geht schnell und gerade die Verfeinerung von Schlagwörtern, bringt neue Ideen und Sichtweisen hervor.


Das ist natürlich nur ein Beispiel und befolgt auch nicht hundertprozentig die Regeln einer echter Mindmap, aber das macht nichts. So kommst du auf Ideen, z.B. auch mal nach Magazinen im Bereich LifeStyle oder bekannte Fernsehsendungen zu recherchieren. Und wenn es am Schluss nur dazu dient ein wenig Stoff für eine vernünftige Einleitung zu sammeln, ist dir dennoch geholfen.

Internet
Ja, wer hätte es gedacht. Natürlich ist das Internet die Informationsquelle Nummer eins. Stichwort „Google“ . Also mal anhand der erstellten Mindmap die Begriffe „googeln“. Vor allem solltest du versuchen, die Übersicht zu behalten. Hier bei hilft eine vernünftige Bookmark-Struktur im Browser.

Mediaseiten
Hat man nun ein paar relevante Seiten entdeckt und handelt es sich dabei um größere Plattformen, so bieten diese meist öffentlich ihre Mediadaten an. Die sind besonders wertvoll für die Zielgruppenanalyse. Denn bist du auf eine Seite gestoßen, die z.B. auch einen Blumenhandel betreibt, oder sieht es die Aufgabenstellung vor, dass auf einer bestimmten bekannten Plattform eine Werbung geschalten werden soll, so musst du dich mit deren Mediadaten auseinandersetzen.
Dort ist meist eine Zielgruppenanalyse, eine Auflistung der kommenden Themenschwerpunkte und Preise zu den Werbeformen hinterlegt. Gute Beispiele für Mediaseiten sind:

Konkurrenz (Marktanalayse)
Was machen eigentlich die anderen? Vielleicht gibt es ja schon einen bekannten Blumentopfhändler oder eben einen vergleichbaren Kunden aus der Aufgabenstellung. Wenn ja, dann ist es natürlich besonders interessant wie und wo diese werben.
Dabei hilft in erster Linie wieder mal Google, aber auch Probe-Abos von Zeitschriften (meist kostenlos, müssen aber oft selber rechtzeitig gekündigt werden) können hier hilfreich sein um zu sehen wo und wie die Konkurrenz wirbt.
Ich persönlich empfehle aber den Gang zum Hauptbahnhof in einen großen Zeitschriftenladen. Zum einem findest du hier sicherlich sehr viele ausgefallene Zeitschriften und vielleicht ist dein Thema ja auch dabei und zum anderen kannst du – wenn du etwas Zeit und Lust dazu hast – dir auch gleich ein eigenes Bild von deiner Zielgruppe machen. Nämlich von den Leuten, die diese Zeitschriften kaufen. Sind das nur ältere Herren in feinen Anzügen oder gestresste Muttis mit zwei Kindern im Schlepptau? All das kann aufschlussreich sein und kann dann als „Primärforschung“ in der Arbeit angegeben werden. Natürlich sollte man dabei  vermeiden zu pauschalisieren und wenn möglich auf hinterlegbare repräsentative Untersuchungsergebnisse zurückgreifen – wenn vorhanden.

Hast du nun 10 Euro in deine Recherche investiert und dir ein Magazin über Life-Style oder Blumentöpfe angeschafft, solltest du auf jeden Fall vermeiden andere Werbekampagnen zu kopieren. Das geht schief und fällt mit Sicherheit auf! Aber Anregungen und Tipps von anderen haben ja noch nie geschadet.

Action please!
Werde selbst aktiv! Angenommen du hast einen großen Blumentopfhändler recherchieren können, dann spricht doch nichts dagegen mit denen in Kontakt zu treten. Natürlich darfst du nicht erwarten, dass die ausgrechnet auf dich gewartet haben und bereit sind, stundenlang all deine Fragen zu  beantworten. Aber meistens bekommt man auf nett formulierte E-Mails oder auf einen freundlichen Anruf auch positive Resonanzen. Oft hilft es, dass du kurz deine Situation erläuterst – also quasi deine Lage als angehender Medienfachwirt oder Industriemeister – und stets versuchst deinen Ansprechpartnern so viel wie möglich entgegenzukommen – also dich entsprechend auf ein Gespräch vorzubereiten.

Ganz Wichtig dabei ist, dass du dich mit deinen Kolleginnen und Kollegen absprichst. Stell dir vor, dass die Pressestelle des Blumentopfhändlers am Tag 10 Anrufe von angehenden Medienfachwirten bekommt, die einem Löcher in Bauch fragen möchten. Dann kann die Stimmung schon mal kippen und du musst dich nicht wundern, wenn du keine Auskunft mehr bekommst. Also sprecht euch ab und lasst am besten denjenigen oder diejenige anrufen, die schon Telefonerfahrung besitzt – dann klappt es auch!

Die hierbei gewonnen Informationen sind natürlich Gold wert. Diese kommen aus der Branche und aus der Praxis. Wenn ihr eure Thesen in der Arbeit durch echte Ansprechpartner in realen Firmen belegen könnt, ist dies viel Wert und beweist euren Einsatz für das Thema.

Lerngruppen
Zugegeben, ich bin kein Freund von Lerngruppen. Aber für die Projektarbeit macht es wirklich Sinn. Hier geht es auch mehr um den Erfahrungsaustausch und den Wissensabgleich. Zudem kannst du auch das Medienfachwirt-Portal.de dazu nutzen und einfach deine Fragen im Portal posten. Hier sind mittlerweile über 300 Fachkräfte aus vielen Branchen vertreten und es bleiben eigentlich nie Fragen unbeantwortet. Also nutze alle Kanäle die du hast und treibe aktiv Erfahrungsaustausch.

Werde eins mit deinem Projekt!
Angenommen du hast viel Zeit und bist vielleicht auch ein wenig verrückt, kann es natürlich nicht schaden, dir dein Projekt von Kopf bis Fuß zu verinnerlichen. Soll heißen -  je nach Aufgabenstellung – kannst du auch in die Rolle deines Kunden springen und versuchen deine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Warum nicht mal am nächsten Flohmarkt deine Blumentopfsammlung verkaufen? Oder dich als Blumentopfvertreter probieren und mal an ein paar Haustüren klingen? Okay, okay – du musst sehr verrückt sein und sehr viel Zeit haben…

Ziehe Grenzen
Bei deinen Recherchen solltest du auch drauf achten nie das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Daher schau auf deine Mindmap und achte auf deinen ersten Punkt in der Mitte – am Schluss muss es dem Thema und deiner Arbeit dienen.

Fazit
Du musst dich mit deinem Thema beschäftigen, auch wenn du mit großer Wahrscheinlichkeit vorher nie damit zu tun hattest. Zeige in deiner Arbeit auf, dass du recherchiert hast. Beweise deine Recherchen mit Quellangaben. In anbetracht der kurzen Zeit macht es Sinn, deine Recherche auf der Sekundärforschung aufzubauen. Nutze also bereits vorhandene erhobene repräsentative Daten.  Quantität geht nicht über Qualität. Verwende nur Daten, die für das Projekt relevant sind. Den Prüfern interessiert dein Engagement nicht, wenn du es in unwichtigen Bereichen des Projektes vergeudest. Tausch dich mit deinen Kollegen aus oder nutze die Netzwerke um dich mit anderen Medienfachwirten auszutauschen.

Im nächsten Teil, gehe ich näher auf die Zielgruppenanalyse ein.

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